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2.
Wie groß ist die Gefahr, daß das Holz reißt?
Die optimale Lagerungsdauer für Grenadill beträgt ca. 8
Jahre, sie dient vor allem dem Abbau der Wuchsspannungen,
sowie in geringerem Maße der Trocknung.
Untersuchungen des Institutes für Musikinstrumentenbau in
Zwota / Vogtland - an dem mit bis zu 40 Jahre altem Holz
experimentiert wurde - bestätigen, daß durch eine längere
Lagerungsdauer als 8 Jahre die Rissgefahr nicht vermindert
wird, wenn dem Holz ansonsten die notwendige Behandlung und
Pflege versagt bleibt.
Holz paßt sich von Natur aus an das umgebende Klima an. Es
ist hygroskopisch, d.h. es nimmt unter wechselnden
Umweltbedingungen Feuchtigkeit auf, bzw. gibt welche ab.
Dabei ist das Holz schon durch die in ihm abgelagerten Öle
und Harze geschützt. Zusätzlich werden beim Flötenbau
Imprägnierungen vorgenommen, die aber trotz allem nicht die
ganze Hygroskopizität auflösen können.
Eine Garantie gegen das Reißen des Holzes
zu übernehmen ist deshalb unmöglich.
Holz ist ein Naturprodukt, dem
man das Leben nicht nehmen kann.
Eine gute, sorgfältige Pflege
des Instruments ist daher die beste Vorsorge gegen Risse
und Sprünge.
Durch die Atemluft des Spielers ist die Flöte einer
ständigen Fluktuation von Feuchte und Temperatur ausgesetzt:
es bildet sich Kondenswasser. Dies führt zum Quellen der
inneren Bohrung der Flöte, die trockene Außenseite gibt
nicht nach und im extremen Fall kann es zu oberflächlichen
Rissen oder Sprüngen kommen. Gerne wird in einem solchen
Fall die Meinung vertreten, ein unzureichend ausgetrocknetes
Holz sei für das Instrument verwandt worden. Diese Ansicht
ist jedoch falsch, denn die Erfahrung hat gezeigt, daß ein
noch feuchtes Holz an der Oberflächen nicht reißt, vielmehr
kommt es durch Schrumpfen bzw. Trocknen dazu, daß die Ringe
und die sonst noch im Holz befestigten Metallteile sich
lockern.
Reißen der Holzoberfläche ist also kein Qualitätsmangel des
Holzes, sondern ein Hinweis auf unachtsamen Umgang mit
demselben.
Die Gefahr der Bildung von Sprüngen oder Rissen sollte nicht
unter-, aber auch nicht zu sehr überbewertet werden. Bei
Oboen und Klarinetten hat sich Holz gegen die Verwendung von
Metall und Kunststoff durchgesetzt und man nimmt den
geringen Mehraufwand an Pflege gern für eine schönere
Klangfarbe in Kauf.
Die Wandstärke des Korpus beträgt bei Klarinetten ca. 8mm,
bei Oboen ca. 6mm, bei meinen Flöten und Piccoli dagegen nur
ca. 3mm. Der Spannungsunterschied ist damit bei Flöten
wesentlich geringer, als bei anderen Holzblasinstrumenten.
Auch die unterschiedliche Tonerzeugung - bei Flöten spaltet
sich der Luftstrom an der Mundlochkante, ungefähr nur die
Hälfte strömt in das Instrument - ist bei Vergleichen zu
berücksichtigen.
Somit ist die Gefahr einer Rissbildung bei Holzflöten
beträchtlich niedriger, als dies bei anderen Instrumenten
der Fall ist.

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